Probleme sind nur Aufgaben, die noch nicht angegangen wurden

Stille und Dunkelheit.

Ich liege hier und hasse mich selbst. Ich kann mich im Moment nicht leiden. So viel liegt vor mir, so viel muss erledigt werden doch ich kriege es nicht hin. Es ist zu viel für mich obwohl es nicht als viel erscheint, erscheinen mag, zumindest für andere nicht. Die vermeintliche Last erdrückt mich und ich will rennen doch ich kann nicht vor meinen eigenen Gedanken entkommen. Ich rede mit Menschen, will mich mitteilen und merke mit jedem weiteren Wort welches aus meinem Munde kommt wie lächerlich das doch alles klingt. Also lasse ich das reden.

„Hör mal die Kinder in Afrika die haben richtige Probleme.“

Ja das mag sein, doch sind Probleme relativ und nur weil du eine super tolle Selbstdisziplin hast und deinen Kopf auf Autopilot schalten kannst, heißt das nicht, dass meine Probleme nicht auch den Status eines Problems bekommen dürfen. Es sind Probleme, nur eben meine. Du glaubst gar nicht, wie gerne ich mich um sie kümmern würde, doch ich kann nicht. Ich kann nicht, weil ich Angst habe.

Gelähmt, ja fast lethargisch sitze ich da und versuche und fange an und sacke dann nur doch wieder in mich zusammen. Das sind diese Momente in denen ich mich selber hasse. Dann will ich aus mir rausgehen, will mich an meinen eigenen Haaren hochziehen!

Ich will Außenstehender sein und mir selbst zu rufen, dass ich mich doch nicht so anstellen soll! Ich habe gefälligst meinen Arsch hoch zu kriegen und meine Pflichten zu erfüllen, so wie jeder andere auch. Ich solle mich mal umsehen und den anderen zuschauen. Die schaffen das auch, warum ich denn nicht? Warum kann ich denn nicht das was die Anderen auch können?

Weil ich nicht die anderen bin, möchte ich dann kleinlaut erwidern doch mache es nicht. Ich nehme es hin, den eigentlich stimmt es doch. Einfach nur mal den Arsch hochkriegen, sich zusammenreißen und machen. Nicht nachdenken einfach machen.

Und ich nehme mir das vor, und versuche und ich will doch ich kann nicht. Ich kann es dir auch nicht erklären warum und warum nicht, bitte versteh das doch, bitte versteh mich doch. Doch du, du hast dich von mir abgewandt. Sagtest Dinge die ich hören wollte die du auch hören wolltest, doch hältst sie nicht ein. Sagst du bist da, sagst du verstehst mich sagst du wirst mir helfen.

Und ich höre, höre dir zu fühle mich geborgen, verlasse mich auf dich und werde verlassne.

Bitte sag mir, dass ich nur überreagiere, dass das nur ne Phase ist denn wir haben ja Herbst, fast Winter und da ist alles immer etwas komisch, etwas düsterer, etwas melancholischer. Ich sehe und ich weine und ich wende mich von dir ab, wenn ich auch weiß, dass es nicht für immer so sein wird. Meine Probleme rufen mich und ich wende mich ihnen wieder zu. Die rufen wenigstens nach mir und wollen etwas mit mir zu tun haben. Sie stehen um mich herum doch sagen nichts. Sind stumme Gefährten meiner Selbst. Ausdruckslos als wäre ich ihnen egal schauen sie auf mich herab. Du stehst da auch bei, doch ich ignoriere dich.

Ihr schaut mich an, ich schaue zurück und langsam nehme ich eure Ausdruckslosigkeit an. Wenn ich doch schon nichts kann, so kann ich euch doch wohl akzeptieren, ich akzeptiere immer.  Ihr seid da, und so einfach werde ich euch nicht los, obwohl ich will, so sehr.

Doch wie mein Vater schon immer zu sagen pflegte: „Der Wille steht in der Ecke“. Denn was ich will zählt nicht und interessiert auch nicht! Wen den auch? Dann will ich halt na und? Nur mit einem guten Willen kommt man nicht durchs Leben.  Leben kannst du nur wenn du auch die unangenehmen Dinge akzeptierst.  Es wird halt mal Scheiße auf dich niederregnen, mach den Mund auf und akzeptiere das. Besser als gar nichts zu essen. Aber immer nur Scheiße schlucken bringt dich auch nicht weiter! Denkst du, du kriegst so irgendwas hin? Schau dich doch mal an! Du warst mal so ein guter Junge. Hast immer versucht allem gerecht zu werden, hast immer versucht andere glücklich zu machen und dabei ihr Glück mit dem deinigen verwechselt.

Und nun läufst du nicht nur deinem Glück, sondern auch deinen Ansprüchen hinterher! Ja sieh an! Der Herr hat Ansprüche entwickelt! Wenn du ehrlich bist, ging es doch nie um die anderen, nie!

Es ging doch immer nur um dich selbst. Du wolltest doch immer nur gestillt werden mit der Milch der anderen, das hat dich so schön von dir abgelenkt! Hingst gierig an den Zitzen derer, die Hilfe brauchten und befandest dich im Endorphinrausch, wenn du helfen konntest. Empfandest es als selbstverständlich, was es nicht ist! Merk dir das! Helfen ist nicht selbstverständlich es erfordert Tribut. Doch das siehst du nicht, das ist dir egal du machst einfach weiter. Und so sammeln sich Probleme über Probleme um dir herum an, doch du siehst sie erst wenn es zu spät ist, wenn sie dich mit ihren kalten ausdruckslosen blicken taxieren und nie wieder loslassen, dich in einen Kreis einschließen und dich zu einem der ihrigen machen. Du hast mich schon richtig verstanden! Du bist ein Problem. Du bist deine eigene Dunkelheit und auch wenn ich weiß, dass du es nicht kannst, rate ich dir: lauf. Lauf weg egal wo hin! Nur guck, dass du dieser Dunkelheit entkommen kannst, entkomme dir selber oder komm nie wieder hier her! Blick nicht zurück, da gibt es nichts für dich! Lauf und zwar schnell! Schau bitte nur nach vorne du willst das was hinter dir ist nicht sehen, du willst dich nicht sehen! Drum blicke nach vorne und lauf weiter. Doch du, du bleibst einfach auf halben Wege stehen und drehst dich um. Die Dunkelheit lässt dich nicht los, du kannst dir selber, kannst deinen Problemen und deinen Gedanken nicht entkommen. So fühlt sich Dunkelheit an, ausweglos ist sie. Sie zieht dich runter und saugt dir die Freude aus. Nimmt dir die Freunde und lässt dich sitzen, im Kreis deiner Probleme. Viel zu spät erkennst du, dass du nicht nur Probleme hast, sondern selbst Teil und das größte Problem bist, weil du nicht auf das hörst, was ich dir sage. Weil du nicht auf andere hörst, weil du keine Anderen hast, weil du nicht mit anderen sprichst. Was soll ich da schon tun? Du musst was tun, nicht ich. Ich hab genug Zeit an dir verschwendet! Ich sag es dir noch ein allerletztes Mal:

Einfach anfangen. Los mach, steh auf und wenn du dann hinfällst dann stehst du wieder auf. Und ja ich weiß, das tut weh. Aber das wird noch viel mehr wehtun, wenn du so bleibst. Doch du musst diese Schmerzen, diese Probleme nicht alleine tragen. Mach den Mund auf, rede mit deinen Freunden, geh auf sie zu, du bist nicht alleine! Wenn du den Mund nicht aufkriegst, wie sollen die anderen wissen wie es dir geht? Nimm dir einen Stuhl und jetzt dich zwischen deine Probleme, nicht vor sie vor. Schau dich um und frag dich warum sie da sind. Warum ist es ein Problem? Was macht es aus? Nimm dir Zeit, das geht nicht von jetzt auf gleich. Eins nach dem Anderen. Es ist okay, wenn du einen Fuß vor den Anderen jetzt. Niemand erwartet von dir einen Marathon zu sprinten. Doch das Allerwichtigste ist: Du bist nicht allein. Und irgendwann wirst du da sitzen, nicht umringt von Problemen sondern von Freunden. Und selbst wenn es dann ruhig ist, ist das gut so. Stille, sag ich dir, kann erdrückend oder angenehm sein, alles ist immer nur eine Frage der Perspektive. Und Probleme, sind nur noch nicht angegangene Aufgaben.

 

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