Jeden Morgen

 

Jeden Morgen, wirklich jeden verdammten Morgen: Muss man aufstehen.

Als ob es nicht schon schlimm genug ist, aufzuwachen. Nein, man muss sich der Pein ergeben aufzustehen und zu existieren.

Das Leben macht es einem aber auch nicht gerade leicht.

Dieses Aufstehen und das darauffolgende Sein. Wer macht denn sowas freiwillig?

 

 

„EY DU HURENSOHN! KOMM HER ICH FICKE DICH! JA GENAU DICH MEINE ICH DU SPACKEN! DU SOLLST HERKOMMEN DAMIT ICH DIR EINE IN DIE FRESSE HAUEN KANN, DU OPFER!“

Jeden Morgen, wirklich jeden Morgen, darf ich mir solche Sprüche auf der Arbeit anhören.

Wenn die kleinen Kinder sich mal wieder beleidigen, wenn sich die beiden Brüder mal wieder gegenseitig unüberlegte Beleidigungen an den Kopf werfen, wenn man mal wieder total verschlafen und übermüdet zwischen beide gehen muss, beide am liebsten an eine Wand werfen würde, dies aber natürlich nicht macht. Es ist noch zu früh für Sport.

Diese Pein, die beiden zu trennen, bevor sie sich gegenseitig mit Kacke bewerfen. Ich meine das nicht im übertragenen Sinne.

 

Jeden Tag, wirklich jeden Tag, muss man essen.

Versteht mich nicht falsch, essen ist an sich etwas Gutes. Doch warum kann es nicht einfach schon fertig sein, wenn man essen will.

Selbst Tiefkühl- oder Dosenkost dauert mir zu lange zum Zubereiten.

Wenn ich Hunger habe, dann hat die Kuh gefälligst mit einem Flic-Flac, als geröstetes Steak auf meinen Teller zu springen.

Obwohl, eigentlich mag ich gar kein Steak. Naja, es geht ja ums Prinzip.

Es gab mal eine Zeit, in welcher ich mich nur von Toastbrot ernährt habe. Vollkorntoast versteht sich. Das war klasse, wirklich. Ich finde Toasten ist die optimale Art essen zuzubereiten. Man sollte alles Toasten können. Hört ihr Tillmann’s? DO YOUR JOB!

 
Jede Woche, wirklich jede Woche, gehe ich oder werde ich trinken gehen, mit Freunden. Ich hab Freunde. Das sind Menschen, welche mich aushalten. Keine Ahnung warum. Naja ich bin deren Problem, nicht meins.

Also wirklich jede Woche fließt der Alkohol. Warum? Ich wusste die Antwort mal, doch habe sie irgendwann vergessen.

Das ist auch eine Art der Pein. Eine Pein, den immer wieder gesunden Hopfensmoothie zu sich zu nehmen. Eine Pein, immer wieder ein von innen reinigendes Kräuterbad zu sich zu nehmen. Und dann die Menschen die man immer zwischendurch trifft. Die sind anstrengend: „EY DU HURENSOHN! KOMM RAN DAMIT ICH DIR IN DEINE FRESSE HAUEN KANN, DU OPFER!“

Dieses verbale mit Scheiße um sich werfen ist eine Pein, doch kommt mir komisch bekannt vor. Hab aber vergessen warum. Egal, noch ein Hopfensmoothie.

 

Jeden Morgen, wirklich jeden Morgen, nach so einer Nacht voller gesundem Zeugs, habe ich Kopfschmerzen. Wirklich jeden Morgen, nachdem ich aufgewacht bin habe ich Kopfschmerzen. Und dann muss ich auch noch aufstehen. Dieses Aufstehen ist eine Pein, aber das sagte ich ja bereits.

Und jeden verkackten Morgen frage ich mich: Warum heißt es eigentlich einen Kater haben? Hätte ich einen Kater und er würde mir Kopfschmerzen bereiten, so würde ich ihn gegen die Wand werfen. Dann wäre er ruhig.

Dann sagt mir eine komische Stimme: Es kommt vom Wort „katarh, welches eine Schleimhautentzündung beschreibt, welche den Folgen von Alkohol ähnelt. Durch die sächsische Aussprache wurde daraus das Wort Kater.

Da ich nicht weiß ob diese Stimme recht hat, möchte ich sie gegen die Wand werfen. Und die Sachsen auch. Verdammte Ossis mit ihrer komischen Art die Uhrzeit zu sagen. Können die nicht alle ganz normales Deutsch reden, so wie der Rest der Welt? Das wäre schön. Dann gäbs auch keine Kriege mehr.

 

„Warum trinke ich jedes Mal so viel?“

„Weil du versuchst glücklich zu sein.“

„Aber das geht auch ohne Alkohol.“

„Aber du gehst auf Nummer sicher.“

Vielleicht ist diese Pein die Quintessenz des Seins.

Man erzwingt Sachen, Dinge und Glück, doch am nächsten Morgen darf man dann Leiden und merkt: Zwang ist gar keine so geile Sache.

 

Jedes Mal, wirklich jedes verdammte Mal, versuche ich es aufs neue glücklich zu sein, zu sein.

Aber solch eine Pein, welcher schöner Reim, ist es eigentlich gar nicht.

Es gibt ja genug Schlaf, Alkohol, Steak, Sex und Kinder, welche es erträglicher machen. Das letzte klang falsch, egal.

 


Heyo, hat dich der Text erheitert, zum Weinen gezwungen oder auf sonst eine andere Art zärtlich berührt? Dann lass mich das wissen und verbreite ihn! Auch andere dürfen zärtlichen Zwang erfahren 

 

Advertisements

HEY DU! LOS KOMMENTIEREN! LOS!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s